Lichtverschmutzung - ein unterschätztes Problem unserer Zeit


Hintergrund - Künstliches Licht vermeiden:

Die künstliche Beleuchtung unserer Landschaft ist immer noch hoch. Sie nimmt nicht nur insgesamt, sondern auch in privaten Gärten zu, wenn Menschen nicht informiert sind. Vielen ist nicht bewusst, dass alle Arten wie die tagaktiven Vögel und nachtaktiven Igel und insbesondere Insekten wie Falter, Käfer, Würmer etc. auf die natürlichen Hell-Dunkel-Rhythmen angewiesen sind. Grundsätzlich führt bereits wenig Kunstlicht zu Verschlechterung und Gefährdung von Ökosystemen zeigen Studien, beispielsweise der Uni Jena. Im Falle des Gartens ist Kunstlichteinsatz jedoch besonders bedauerlich, da diese im Gegensatz zu Bereichen mit hoher Versiegelung gute Lebensräume mit ausreichend Nahrung bieten und vielerorts sogar Sternenblicke ermöglichen. Die Lichtverschmutzung trägt jedoch erheblich dazu bei, vor allem den Bestand nachtaktiver Arten zu gefährden und tagaktive Tiere empfindlich in ihrer Ruhephase Nacht zu stören. In seinem Grundsatzprogramm Artenvielfalt hat der NABU daher Lichtverschmutzung als einer von sieben Haupttreibern des Artensterbens ausgewiesen: Grundsatzprogramm Artenvielfalt des NABU Deutschland Gemeinsam wollen wir erreichen, dass vermeidbare Beleuchtung vermieden wird und begründbar unvermeidbare Beleuchtung nur in einer die Umwelt minimal belastenden Form eingesetzt wird.

Was ist Lichtverschmutzung? Und kann Außenbeleuchtung ein Problem sein?

Der Einsatz von Kunstlicht in der Außenbeleuchtung ist zwar nützlich, kann jedoch auch erhebliche negative Auswirkungen haben, insbesondere wenn es unnötig, falsch oder im Übermaß eingesetzt wird. Anders als bei anderen Umweltauswirkungen wurde künstliches Licht lange Zeit als positive Errungenschaft betrachtet, obwohl es bereits im Bundesimmissionsschutzgesetz als schädliche Umwelteinwirkung anerkannt und mit Lärm- und Luftverschmutzung gleichgestellt ist. Für Anwohner gibt es Grenzwerte. Wenn man sich Lichtverschmutzung als sichtbaren Lärm vorstellt, wäre sie wahrscheinlich schon längst als eine der drastischsten Veränderungen der letzten zehn Jahre in Siedlungs- und Naturräumen erkannt worden.

 

Bitte notwendige Beleuchtung gut ausrichten, gut steuern, ggf. abkleben und für Nachtruhe sorgen z.B. durch Alternativen zu Kunstlicht oder Zeitsteuerung. Prüfen, wie sehr die Haus- und Innenbeleuchtung auf den Garten einwirkt.

 

Grafik: B. Speh nach einer Idee von S. Frank, Sternenpark Rhön

Der Großteil der heimischen Arten ist dämmerungs- und nachtaktiv, darunter auch streng geschützte Arten wie Fledermäuse und 80 % aller Schmetterlinge. Aufgrund der negativen Auswirkungen auf die Tierwelt und insbesondere Insekten, die eine enorm wichtige Rolle in der Bestäubung und als Teil des Nahrungsnetzes spielen, wurde der Schutz der Lebewesen vor Beleuchtung auch in der Neufassung des Bundesnaturschutzgesetzes verankert. Zuletzt fand dieser Schutz auch Eingang in das hessische Naturschutzgesetz, wobei der Vermeidungsansatz besonders hervorgehoben wurde.

Als Lichtverschmutzung wird jede nachteilige Auswirkung bezeichnet, die durch den Einsatz künstlicher Lichtquellen während der Nacht entsteht. Dazu zählen unter anderem die Aufhellung der direkten Umgebung, die Anstrahlung von Lebensstätten wie Bäume und Hecken, Grünflächen, Gewässern und des Nachthimmels sowie Blendwirkungen und nachbarschaftliche Störungen.

Lichtverschmutzung ist längst nicht mehr auf städtische Gebiete beschränkt. Auch im ländlichen Raum tragen unnötige und falsch installierte oder konstruierte Leuchten zur Lichtverschmutzung bei. Licht von unzähligen Lichtquellen und reflektierenden Flächen, wie angestrahlten Gebäuden oder beleuchteten Fahrbahnen, trifft auf Wolken und Partikel in der Atmosphäre. Dies führt einerseits zu einem unnatürlich hellen Himmel über den Siedlungen, der heller als eine Vollmondnacht sein kann. Dadurch steigt für viele Tiere wie Gartenbewohner das Prädationsrisiko. Andererseits wird das Licht durch die Reflektion an Wolken weit über die Siedlungsgrenzen hinaus gestreut, sodass auch entlegene Gebiete ohne direkte künstliche Beleuchtung von Lichtverschmutzung betroffen sind.

Fotos: Andreas Mötzung. Links eine kleine Gemeinde in der Rhön, rechts der Skyglow von Fulda.
Fotos: Andreas Mötzung. Links eine kleine Gemeinde in der Rhön, rechts der Skyglow von Fulda.

Diese Aufnahmen verdeutlichen, wie das in den Siedlungen entstehende Kunstlicht über direkte Abstrahlung in die Atmosphäre und über Reflektion von Flächen (auch Fahrbahnen!) durch Streuung an Wolken und Aerosolen weit über die Siedlungsgrenzen hinaus die Außenbereiche und Schutzgebiete ohne eigene Beleuchtung künstlich aufhellt. Durch dieses sog. Himmelsleuchten (Skyglow) wird eine unnatürliche Dauerbeleuchtung erzeugt. Fotos: Andreas Mötzung. Links eine kleine Gemeinde in der Rhön, rechts der Skyglow von Fulda.

 

 


Nachweise und Quellen:

Reduzierung der Lichtverschmutzung - Vorschläge für Kommunen

FAQ öffentliche Beleuchtung (Stand Oktober 2025)

Insekten und andere Tiere und das Problem mit nächtlichem Kunstlichteinsatz 

Eine ausführliche Zusammenstellung von Studien und Quellen zu den Auswirkungen der Lichtverschmutzung finden Sie hier:

https://naturnacht-fulda-rhoen.de/ressourcen/sammlung-auswirkungen-von-kunstlicht-bei-nacht/   

 

 


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Letzte Aktualisierung dieser Seite am 15.02.2026